Autor: Matze

SOMMERFERIEN 2023

Hey liebe Leute!

wir machen auch sowas wie Urlaub (also Skatecamp und Baustelle), deshalb bleibt die Halle vom 24.07. -> 13.08.23 GESCHLOSSEN

Die Workshops Samstags und abgesprochene Sonntags-Workshops finden statt.

Wer Bock auf Baustelle hat meldet sich bei Justus oder über Instagram bei wilsonXdiy

Schönen SOMMER und cu soon! 🙂

DANKE LEUTE!!

Wir möchten an dieser Stelle kurz allen Menschen DANKE sagen, die uns auf welchen Kanälen auch immer haben zukommen lassen, wie sie unsere Entscheidung zur Titel Abgabe feiern. Weiterhin wurde übergreifend der Wunsch geäußert, dass so ein konsequentes Verhalten keine Ausnahme sondern die Regel in einer funktionierenden Gesellschaft darstellen sollte.

Sehen wir genau so!

Exemplarisch für die Nachrichten die uns in den letzten Tagen erreicht haben, hier mal die Mail von einem 70 (!) jährigem Menschen aus Frankfurt:

„Mit meinen 70 Jahren bin ich leider kein typischer Vertreter Ihres Klientels, aber ich finde es e p o c h a l , dass Sie sich genau dem verweigern, was seit Jahrzehnten falsch läuft:
(politische) Instrumentualisierung und rein kapitalistisch orientierte Vermarktung einer Sache, die originär einfach nur Spass machen soll !!!
Endlich hebt einmal jemand das in das Bewusstsein. Hoffentlich kommt damit ein Wandel in der Gesellschaft in Gang !!!
Ich halte es für Irrsinn, dass immer nur der Hochleistungssport – mit (viel zu hoch) bezahlten Vollzeit-Profis im Fussball, Tennis, Schwimmen u.a.m. – vorangestellt wird, satt Bewegung, Spaß, Sozialisierung u.s.w. auf unserer wirklichen täglichen Alltags-Welt zu fördern.
Ich denke, Ihre Entscheidung und Ihre Verbreitung verhilft vielleicht zu einer Wende ! Mein größter Respekt dafür !“

Da bleibt nix mehr hinzufügen. 🙂

Außerdem noch zwei Links zu einem Bericht in der HNA und vom HR:

https://www.hessenschau.de/sport/mehr-sport/passt-nicht-zu-unseren-werten-kasseler-skateboard-verein-will-nicht-mehr-olympia-stuetzpunkt-sein-v1,skatehalle-mr-wilson-kassel-100.html

https://www.hna.de/kassel/rothenditmold-ort131614/mister-wilson-gibt-stuetzpunkt-titel-ab-92210187.html

ADIOS OLYMPIA !!!

Seit 2018 Ist der Mister Wilson Skateboard e.V. einer von fünf Olympia Regionalstützpunkten in Deutschland. Wir haben uns damals dafür entschieden in der Hoffnung einen Einfluss auf die entsprechenden sportlichen und olympischen Gremien in diesem Kontext zu haben. Eine weitere Hoffnung war, dass dieser Titel gegenüber den damaligen Vermietern und anderen „skateboardfernen“ Akteur*innen eine positive Außenwirkung hätte, der uns dem Ziel einen langfristigen Mietvertrag zu erhalten näher bringen könnte.

Noch bevor wir den Titel als Regionalstützpunkt angenommen haben gab es viele Stimmen in unserem Verein, die Skateboarding nicht als olympische Sportart sehen und diese Entwicklung kritisch gesehen haben. Mit etwas Abstand kann man sagen, dass sich mehr und mehr Mitglieder dieser Meinung angeschlossen haben und wir diese Entwicklung nicht weiter unterstützen möchten, in dem wir Teil davon sind. Die Weltmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten und die damit einhergehenden Diskussionen, waren der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Die Außenwirkung, die ein solcher Titel nun mit sich bringt, ist in unseren Augen keine positive.

Wir verfolgen ein Konzept, bei dem wir Skateboarding mit Sozialer Arbeit kombinieren und somit einen Ort schaffen, an dem sich alle wohl fühlen sollen. Wir möchten Menschen die Freude an Skateboarding näherbringen und nachhaltig dafür begeistern. Dieses Konzept ist nicht mehr mit dem Titel eines Regionalstützpunkts zu vereinen, wenn man somit Teil einer Bewegung ist, die Vielfalt und Menschenrechte nicht unterstützt als auch den Spaß und die Ideale aus der Szene nimmt.

Wir möchten kein Stützpunkt sein, für eine Bewegung, die Skateboarding wie wir es kennen und lieben, in einen profitorientierten Leistungssport verwandelt. Worum es beim Skateboard fahren geht, kann lang und breit diskutiert werden, jedoch haben wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern entschieden, dass Leistungssport und Olympia nicht dazu gehören. Wir geben hiermit unseren Titel als Regionalstützpunkt ab!

Skateboard WM-Statement: http://www.boardstation.de/2023/01/30/kritik-intransparenz-bei-world-skate-diese-skateboard-weltmeisterschaft-ist-nicht-hinnehmbar/

FUCK THIS SKATEBOARD WM !!!

Vom 29.01. bis zum 12.02. wird eine Skateboard-WM – organisiert durch World Skate – in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) stattfinden, die auch relevant für die Olympia-Qualifikation ist. Die WM ist eine erneute Fehlleistung von World Skate und wird daher international stark kritisiert. Die Skateboardszene ist mittlerweile gezwungen zu akzeptieren, dass Skateboarding nicht nur Leidenschaft ist, sondern bald auch eine stetige olympische Disziplin. Das Für und Wider einer olympischen Beteiligung wurde viel diskutiert. Die aktuelle Fülle an Kritikpunkten überwiegt aber mögliche positive Perspektiven.

Auch wir in der Mr. Wilson Skatehalle sehen die WM in VAE als einen großen Fehler. Uns fällt es schwer zu akzeptieren, dass die WM unter Bedingungen stattfindet, die bereits bei der Fußball-WM in Qatar heftig kritisiert wurden. Wir fühlen uns wohl in der Skateboardszene, weil eine große Vielfalt an Menschen miteinander Skateboard fährt. Die gesetzlichen und kulturellen Bedingungen in VAE stehen im direkten Widerspruch dazu: Verhalten, das als LGBTQ+ gedeutet werden könnte, wird mit empfindlichen Strafen bis zum Tod geahndet. Als „Schutzmaßnahme“ wird LGBTQ+ WM-Teilnehmer*innen vorgeschlagen, ihre Social-Media-Auftritte für den Zeitraum der WM zu sperren. Zusätzlich soll ein „golden fence“ die Skater*innen schützen. Dies zeigt klar, dass der heterogene Charakter der Skater*innen in den VAE weder willkommen noch sicher sind. Im Gegenteil: es wird offen kommuniziert, dass sie dort Gefährdungen ausgesetzt sind, wenn sie sich und ihre Werte offen preisgeben.

Wir fördern Skateboarding und seine Symbiosen. Auch die Mr. Wilson Skatehalle ist seit 2018 ein olympischer Regionalstützpunkt. Erhofft wurden sich hieraus die Einwerbung wichtiger Förderungen und eine intensivere Vernetzung unter den Skatehallen und -vereinen. Stattdessen wird es zunehmend schwierig, die aktuellen Entwicklungen tatenlos zu verfolgen. Befeuert wird unser Unmut zudem durch Intransparenz der Entscheidungen von World Skate und jegliches fehlende Mitspracherecht dabei.

Vereinsstrukturen und Skateboarding scheinen so schon oft unvereinbar. Die Skateboardvereine müssen sich aber nun rechtfertigen, wieso ein Verband unterstützt wird, der Menschenrechte und -würde anscheinend missachtet. Wir nehmen die Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern und Mitmenschen ernst und sehen es daher als Zumutung an, dass wir Entscheidungen und Folgen dieser still mittragen sollen. Die Ereignisse der letzten Monate, bringen uns dazu jede Möglichkeit, bis hin zum Aufgeben unseres Titels als Regionalstützpunkt, in Betracht zu ziehen und prüfen dahingehend mögliche Schritte.

#fuckworldskate